Spielzeug auf dem Prüfstand

Wann ist ein Spielzeug ein Spielzeug und was muss getestet werden?

Mit Spielzeugprüfungen „Made by Hohenstein“ und unserem Prüfbericht erhalten Sie einen objektiven und unabhängigen Nachweis für die Qualität und Sicherheit Ihres Produkts. Dabei vergeben wir unser Prüfzeichen ausschließlich für sichere Spielwaren, die keine Gefährdung oder Belastung für Kinder darstellen.

Eine der wichtigsten Grundlagen für sicheres und gutes Spielzeug ist die Einhaltung der Spielzeugrichtlinie. Dies betrifft nicht nur rein klassisches Spielzeug, sondern auch Produkte, die sich in der sogenannten "Grauzone" bewegen, also Kriterien für ein Spielzeug aber auch Kriterien eines alltäglichen Erwachsenenproduktes vereinen. Gerne unterstützen wir Sie hierzu.

Anforderungen und Spielzeugprüfungen

Fällt Ihr Produkt in die Kategorie „Spielzeug“ oder auch in den "Graubereich", in dem ein Produkt ggf. nicht eindeutig als Spielzeug definiert werden kann, so werden die jeweiligen Anforderungen an das Produkt festgelegt. Neben der Einstufung mittels Alter, der Berücksichtigung von Gestaltung und speziellen Kategorien, spielt das Gefährdungsrisiko, das von dem Spielzeug ausgeht, eine entscheidende Rolle.

Während der Prüfungen dürfen keine Veränderungen am Produkt entstehen, die für Kinder ein Risiko darstellen. Um dies so realitätsnah wie möglich abzubilden, werden sowohl das vorhersehbare als auch das kreative Spiel berücksichtigt. Dabei wird das Spielzeug geworfen, geschlagen, gedrückt und gezogen entsprechend definierten Anforderungen. Entstehen im Rahmen dieser Tests Defekte, werden diese begutachtet und bewertet.

EN 71

Mechanische und physikalische Eigenschaften (EN 71 - 1)

»Das Spiel ist die höchste Form der Forschung.« (Albert Einstein)
Damit unsere Kinder bedenkenlos spielen können, werden die mechanischen und physikalischen Eigenschaften vom fertigen Spielzeug getestet. Die Überprüfung von Verpackung, Beschriftung und Kennzeichnung sind ebenfalls Bestandteil des Prüfprogramms.

Beispiel Schlagprüfung:

Um Verletzungen durch Splitter, Kanten, Spitzen o.ä. zu vermeiden, muss ein Produkt robust und zuverlässig hergestellt sein.

Es ist unter anderem die Schlagprüfung, die darauf abzielt, diese Robustheit und Zuverlässigkeit zu prüfen.

Bei der Prüfung wird ein Gewicht aus definierter Höhe auf die ungünstigste Stelle des Produkts fallen gelassen und geprüft, ob Defekte entstehen.

Von Beginn an sollen keine Kanten oder Spitzen am Spielzeug vorhanden sein, die eine Gefährdung darstellen könnten. Entstehen durch die Prüfung Kanten oder Spitzen, so sind sie nur insoweit zulässig, als dass sie kein Risiko für ein Kind bedeuten.

Entflammbarkeit (EN 71 - 2)

„Damit keine brenzligen Situationen entstehen“
Bei der Prüfung der Entflammbarkeit wird getestet, ob Spielwaren verbotene entflammbare Werkstoffe enthalten oder verwendete leicht entzündliche Stoffe die Anforderungen der Prüfnorm erfüllen. Die Überprüfung der Entflammbarkeit bezieht sich unter anderem auf Spielzeug, bei dem ein hohes Gefährdungspotenzial gesehen wird:

  • auf dem Kopf zu tragendes Spielzeug: Bärte, Schnurrbärte, Perücken aus Haar, haarartigem Material
  • Material mit ähnlichen Merkmalen: Masken; Kopfhauben, Kopfschmuck
  • fließende Bestandteile von auf dem Kopf zu tragendem Spielzeug: Perücken, etc.
  • Rollenspielzeug und Spielwaren, die vom Kind als Bekleidung zum Spielen getragen werden
  • Und weitere

Migration bestimmter Elemente (EN 71 – 3)

Geprüft wird, ob Spielzeugmaterialien oder Spielzeugteile toxische Elemente enthalten, die ein Kind durch die Aufnahme mittels Saugen, Lecken, Verschlucken oder Berühren gefährden. Getestet wird z. B. Holzspielzeug auf lösliche Metalle wie Chrom (III) und (VI), Aluminium und Organozinnverbindungen.

Organisch-chemische Verbindungen (EN 71 - 9-11)

Damit die Chemie stimmt“
Bei der Prüfung der organisch-chemischen Verbindungen werden zum einen Spielzeug und Spielzeugteile, die über längere Zeit in Kontakt mit der Haut stehen, getestet. Zum anderen solche, die in Kontakt mit Augen kommen oder in den Mund genommen, bzw. aufgenommen werden können. Chemikalien, die eine mögliche Belastung darstellen oder toxikologische Auswirkungen haben können, werden berücksichtigt. Sie werden in neun chemische Gruppen unterteilt:

  • Flammschutzmittel
  • Farbmittel: Dispersionsfarbstoffe
  • primäre aromatische Amine
  • Lösemittel: Migration
  • Lösemittel: Inhalation
  • Monomere
  • Holzschutzmittel
  • Konservierungsstoffe ohne Holzschutzmittel
  • Weichmacher

Beispiel Konservierungsstoffe und Holzschutzmittel:

Unter Konservierungsstoffen werden unter anderem Pestizide und Phenole oder zinnorganische Verbindungen zusammengefasst. Sie finden ihren Einsatz als Holzschutzmittel oder zur Bleiche bei der Papierherstellung. Gerade Phenole sind als schlecht wasserlösliche, schwerflüchtige, giftige, teils krebserzeugende Verbindungen bekannt und damit in Spielzeug wie z. B. in Puzzles oder Büchern verboten. Ähnlich verhält es sich mit den Isothiazolinonen. Dies sind Schwefel- und Stickstoff enthaltende, organische Stoffgruppen, die als Konservierungsmittel eingesetzt werden, z. B. in Dispersionsfarben und Lacken bei der Papierherstellung oder auch als Holzschutzmittel. Sie finden sich somit in der Holzeisenbahn, dem Greifling oder Büchern wieder.

N-Nitrosamine und N-nitrosierbare Stoffe (EN 71 - 12)

Geprüft werden u. a. Spielzeug oder Spielzeugteile aus Elastomeren, die in den Mund genommen werden sollen bzw. können oder für Kinder unter drei Jahren bestimmt sind.

EN 62115

Elektrische Sicherheit (EN 62115)

Strom stellt eine unsichtbare Gefährdung für Kinder dar. Deshalb ist die Prüfung von elektrisch betriebenem Spielzeug besonders wichtig. Oftmals sind Spielwaren - gerade für kleinere Kinder - zwar nur mit einer Batterie ausgestattet, um von vornherein möglichst geringe Ströme zuzulassen. Doch selbst diese können Kinder gefährden, da sie sehr empfindsam sind. Dies schließt auch Gefahren aus dem Bereich der elektromagnetischen Verträglichkeit ein.

EN 645 und EN 1541

Papier und Pappe (EN 645 und EN 1541)

Pappe und Papier, die bei Spielzeug oder Verpackungen verwendet werden und z. B. in Kontakt mit Flüssigkeiten oder Lebensmitteln kommen können, werden auf Formaldehyd getestet.

EN ISO 787-9

Pigmente und Füllstoffe (EN ISO 787-9)

Überprüft werden Pigmente und Füllstoffe, die in Spielwaren verarbeitet werden, auf ihren pH-Wert und ihre Unbedenklichkeit.

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Fleischmann
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