Presseinformation

26.07.2017 | 747-DE

Transparenz für den Verbraucher und partnerschaftliche Beziehungen entlang der textilen Lieferkette

Parlamentarischer Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (MdB) tauscht sich mit den Textilexperten der Hohenstein Group aus

BÖNNIGHEIM (hm) Wie lassen sich die Rahmenbedingungen in den Produktionsländern der textilen Kette kontinuierlich verbessern, um flächendeckend soziale Arbeitsbedingungen, ökologische Herstellungsprozesse und Nachhaltigkeit auf wirtschaftlicher Ebene in den Betrieben zu schaffen? Und wie können Verbraucher erkennen, ob die von ihnen gekauften Textilien auch tatsächlich nachhaltig sind? Als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) beschäftigt sich Hans-Joachim Fuchtel (MdB) im Rahmen des Bündnisses für nachhaltige Textilien damit, wie sich diese Herausforderungen für alle beteiligten Interessengruppen effektiv lösen lassen. Anlässlich seines Besuchs am 25. Juli bei der Hohenstein Group am Stammsitz Bönnigheim tauschte sich Fuchtel mit den Textilexperten darüber aus, welche Ansätze das international agierende Forschungs- und Dienstleistungszentrum für die Textilunternehmen bietet und welche Kooperationsmöglichkeiten es hinsichtlich der Umsetzung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie und der VN-Agenda 2030 gibt.

„Nachhaltige Produkte und Prozesse sind schon immer einer unserer Arbeitsschwerpunkte, wenn es darum geht, unsere weltweiten Kunden mit unserer Expertise zu unterstützen“, betont Prof. Dr. Stefan Mecheels, CEO der Hohenstein Group. „Hier verfolgen wir mit dem Textilbündnis gemeinsame Ziele, teilen dieselben Werte und setzen uns mit unserer täglichen Arbeit für sie ein.“ Als Gründungsmitglied der OEKO-TEX® Gemeinschaft vermarktet Hohenstein seit 1992 beispielsweise ein praxisnahes Portfolio unabhängiger Zertifizierungen und Produktlabels, mit denen Markenunternehmen, Hersteller und Einzelhändler ihre Nachhaltigkeitsziele umsetzen können.

Im Hinblick auf die Neuauflage der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie im Rahmen der VN-Agenda 2030, erläuterte Fuchtel, „erhält der innovative Ansatz des Textilbündnisses eine neue Wertigkeit, weil er zeigt, dass die deutsche Entwicklungspolitik visionäre Ansätze verfolgt und bereits umgesetzt hat.“ An dieser Stelle dankte der Parlamentarische Staatssekretär Fuchtel der OEKO-TEX® Gemeinschaft für ihre aktive Mitarbeit in den Arbeitsgruppen des vom BMZ initiierten Textilbündnisses und würdigte insbesondere die Transparenz für den Verbraucher durch MADE IN GREEN by OEKO-TEX®.

Das MADE IN GREEN Produktlabel bietet mit der Kombination aus Schadstoffprüfung sowie der Kontrolle von Umweltstandards und Arbeitsbedingungen ein einmaliges Transparenztool. Mittels eines Tracking-Codes kann der Verbraucher transparent nachverfolgen, in welchen Betrieben und Ländern sein Kleidungstück hergestellt wurde. Damit ermöglicht MADE IN GREEN dem Konsumenten, bewusste und verantwortungsvolle Entscheidungen beim Kauf von Textilien zu treffen.

Bei seinem Besuch in Hohenstein gab Staatssekretär Fuchtel einen kurzen Überblick über die bisherigen Aktivitäten des BMZ zur (inter-)nationalen Durchsetzung von Nachhaltigkeitsstandards und verwies insbesondere auf das erfolgreich etablierte Textilbündnis mit inzwischen 146 Mitgliedern. Um selbst mit gutem Beispiel voranzugehen, veröffentlicht die Bundesregierung noch diesen Sommer ihre Roadmap zur Erfüllung der Bündnisziele. Unter anderem sieht diese vor, dass bis 2020 mindestens 50 % der Textilien für Staatsbedienstete nach ökologischen und sozialen Kriterien beschafft werden. Das Portal „Kompass Nachhaltigkeit“ unterstützt öffentliche Beschaffer in Bund, Länder und Kommunen schon heute bei der Auswahl nachhaltiger Textilprodukte.

Durch vier neue gemeinsame Bündnisinitiativen möchte die Bundesregierung direkt vor Ort Wirkung erzielen, so Fuchtel. Im Fokus stehen dabei die nachhaltige Wassernutzung beim Baumwollanbau in Pakistan, die Verbesserung von Arbeitsbedingungen und Anhebung des Lohnniveaus in Spinnereien und Konfektionsbetrieben in Südindien sowie die Vermeidung schädlicher Chemikalien in mehreren asiatischen Partnerländern. Die positiven Erfahrungen aus dem Textilbündnis sollen künftig „als Blaupause für andere Wirtschaftszweige“ genutzt werden.

Für die Hohenstein Group liegt genau hier eine große Schnittmenge mit der Arbeit des BMZ. „Für uns ist es seit der Gründung 1946 wichtig, unsere Erfahrungen weiterzugeben, die Eigenverantwortung in den Betrieben zu stärken und mit dem Konsumenten Märkte zu bewegen“, unterstreicht Prof. Dr. Stefan Mecheels.

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